Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.

Eines vorweg. Dass ich hundeverrückt bin, wissen alle die mich gut kennen. Hunde sind ein ganz fester Bestand in meinem Leben. Jeder meiner Hunde ist und war etwas ganz besonderes. 

 

Dina vom Schäfer (Winter- 1974)

Seit meiner Geburt lebe ich schon in der schönen „Lommatzscher Pflege“. Also genau zwischen Kohlköpfen und Rüben. Unser Dorf mit ca.140 Einwohnern ist nicht sehr groß. Dafür hatte ich sehr viel Zeit, meine großen Fantasien in Taten umzusetzen. Nach langer Nerverei ist es mir endlich gelungen meine Eltern zu überzeugen, dass ich unbedingt einen Hund brauche. Ich war schließlich 12 Jahre  und fand es schon peinlich immer einen Plüschhund an der Leine zu führen. Mein Vater reparierte damals ein Auto von unserem Schäfer aus dem Dorf. Dafür gab er mir einen Hund! Es war ein ungarischer Hütepudel namens Dina. Sie war das wunderbarste Geschenk was ich damals  bekam. Natürlich begannen mit ihr große Veränderungen auf unserem Hof. Sie meinte nämlich, dass sie unsere Flugenten zu tote bespaßen mußte. Der Hund sollte wieder zum Schäfer zurück, war der Befehl meiner Eltern. Aber ich suchte schnell nach einem  Lösungsweg und hatte es tatsächlich geschafft meine Dina zu einer vorbildlichen „Geflügelliebhaberin“ zu machen. Ich entschloß mich mit ihr 2x die Woche auf den Hundeplatz zu fahren. Mit dem Fahrrad fuhr ich bei jedem Wetter in unsere naheliegende Stadt und konnte einen sehr freudig arbeitenden Hund erleben. Im Schutzdienst zeigte  sie allen anderen Hunden und Besitzern, wie man einen festen Griff setzt und hält. Ich hatte es mit einem ganz wilden Energiebündel zu tun! Meine Dina begleitete mich durch meine pubertäre Phase und hat mir dabei sehr viel Positives gegeben. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass man diese Rasse nicht einfach so halten sollte. Allerdings bin ich auch heute noch in diese wilde Rasse sehr verliebt;-))).

Leider wurde meine Dina nur 9 Jahre alt.

Elsa von der Taubenbrücke (geb.: 08.01. 1988)

Vater:   Cay vom Schillerplatz
Mutter: Bronka vom Kupferturm

Elsa war mein erster blonder Hovawart. Sie war eine ruhige, ausgeglichene Hündin und zu meinen damals noch kleinen Kindern sehr kinderlieb. Eigentlich wollte ich Elsa nur als lieben Familienhund, jedoch blieb ich mit dieser Rasse nicht unentdeckt. Damalige Züchter nahmen mit mir Kontakt auf und gewannen mich für den Rassezuchtverein. Ich wurde daraufhin Mitglied der Bezirksgruppe Nossen. Mit viel Ehrgeiz gelangen uns viele Erfolge. Elsa bestand die Jugendbeurteilung, danach die Zuchttauglichtkeitsprüfung und absolvierte mehrmals erfolgreich die Begleithundeprüfung. Mit 6 Jahren sollte sie zum ersten Mal einen Wurf bekommen, jedoch ein sehr tragisches Ereignis nahm seinen Lauf. Sie warf 12 Welpen und innerhalb von einer Woche waren Elsa und die Welpen gestorben. Eine vermutlich innere Blutvergiftung bei meiner Hündin zerstörte unser ganzes Glück. Zu dem damaligen Tierarzt verlor ich jegliches Vertrauen und war sehr getroffen von diesem Schicksalsschlag.

Kevin von der Zollbrücke (geb.: 12.07.1992)

 

Vater:   Dasty von Deutsch City
Mutter: Rakete von der Ehrenpforte

Kevin holte ich mir damals als Zweithund dazu. Meine Tochter Nora hatte genauso viel Spaß wie ich am Hundesport und übernahm Elsa. Jedes Wochenende düsten wir gemeinsam auf den Hundeplatz.
Kevin war ein schwarz-markenfarbiger, kräftiger Rüde mit einem tollen Wesen. Er durchlebte in unserem bereits bestehenden Rudel eine sehr gute Entwicklung und tobte ebenfalls viel mit unseren Kindern durch den großen Garten. Da ich von meiner Elsa vorgeprägt war, lag es sehr nahe, dass ich von Kevin auch alle Kompetenzen fördern und nutzen wollte. Auch er bestand die Jugendbeurteilung, Zuchttauglichkeitsprüfung und mehrere Begleithundeprüfungen. Er entwickelte sich zu einem sehr schönen Rüden und ich war schnell im Ausstellungsfieber. Es war für mich ein großartiges Erlebnis, meinen Kevin im Ring zu präsentieren. Bekanntlich wächst man ja mit seinen Aufgaben. Ich drängte damals von einer Ausstellung zur nächsten zu düsen und das Glück war uns stets hold. Er wurde mit 4 Jahren RZV-Champion und VDH-Champion. Alle seine Pokale stehen in einer alten Vitrine bei uns zu Hause. Und weil der Bursche so schön und super vom Wesen war, wurde er auch oft als Deckrüde eingesetzt. Er brachte insgesamt 40 Welpen zu glücklichen, neuen Besitzern. Einige Nachkommen waren später auch in der Zucht und hatten Ausstellungserfolge. Es war für mich eine spannende Zeit, mit einem so erfolgreichen Rüden durch Deutschland zu reisen und dabei viele nette Menschen kennenzulernen.
Im April 1997 verlies mich dann abermals das Glück und Kevin starb mit 5 Jahren noch viel zu früh an einer Magendrehung. Als Erinnerung habe ich ihn mir auf meinen linken Oberarm tättowieren lassen. Ich wusste, ich werde niemals aufgeben, diese wunderschöne Rasse zu lieben und ein Leben lang zu meinem treuen Begleiter zu machen.
Da ich immer 2 Hunde haben wollte, war zwischenzeitlich für meine Tochter Nora unsere zweite Zuchthündin als Welpe eingezogen.

Emmely vom Grunatal (geb.: 14.11.1994)

Vater:   Bandit von der Frohen Zukunft
Mutter: Assy vom Grunatal

Emmely war eine sehr große, blonde Hündin, die als erster Welpe den meisten Unsinn gemacht hatte. Anfangs dachte ich, die Ausbildung mit ihr selbst in die Hand zu nehmen, aber Kevin hatte mich voll unter Beschlag. Ich musste erkennen, dass Nora schon sehr viel Einfluss auf sie hatte und die Bindung der Beiden fantastisch war. Emmy wurde dann komplett von meiner Tochter geführt. Nachdem ich die Jugendbeurteilung mit ihr vergeigt hatte, startete Nora später mit ihr sehr erfolgreich durch. Sie lief tadellose Begleithundeprüfungen und nahm an verschiedenen Wettkämpfen teil. Gemeinsam waren die Beiden im Jugendlager und Emmy begleitete sie durch ihre wilde Teeniezeit. All das war für beide im positiven Sinne sehr prägend. Als wir dann mal wieder an eine Wurfplanung dachten, war mein Kind noch ziemlich unsicher, da sie das dramatische Ende von Elsa und deren Wurf miterleben musste. Es gab natürlich lange Vorgespräche und viele Tränen. Ich konnte sie dann doch von meinem positiven Denken überzeugen. Ein neuer Wurf mit allen 3 Farbvariationen war ein tolles Geschenk von ihr. Mein Mann Michael, Nora, Peter und ich wurden endlich vor diese großartige Aufgabe gestellt, unseren ersten Wurf gemeinsam aufzuziehen. Alles war sehr aufregend, spannend und neu für uns. Wir konnten schließlich für die süßen Pelznasen ganz tolle, neue Besitzer finden. Da alles so viel Freude gemacht hat, saßen wir dann mit im Boot als Züchter „vom Pfarrhof“. 3 Würfe hat Emmely hervorragend und sehr konsequent großgezogen. Insgesamt 21 Welpen hat sie uns und später ihren neuen Besitzern geschenkt. Mit 8 Jahren traf uns dann wieder ein schwerer Schlag. Damals dachte ich, dass man es nicht gut mit uns meint und trennte uns schon wieder viel zu früh und sehr gnadenlos von Emmely.

Nico vom Klosterhof (geb.: 19.07.1994)

Vater:   Erko vom Bürgerwall
Mutter: Locke vom Wendehaus

Michael brachte, wie sollte es auch anders sein, einen riesengroßen, blonden Rüden mit in unsere Beziehung. Es war auch gut so, dass ich ihn mit seinem Hund da draußen in der Welt entdeckte, denn von der Erziehung seines Hundes fehlte jede Spur. Ein Rüde, der einen verkehrten Besitzer hatte. Ohne jegliche Erfahrungen tobten die Beiden wild durchs Leben. Als wir uns kennenlernten, hatte mein Mann kein einziges, ganzes Oberteil. Leider war an dieser Stelle die Rangordnung ein großes Problem. Doch ich glaube, er war bei mir in besten Händen und binnen kürzester Zeit lernte er zielstrebig mit Nico das 1×1 der Hundeausbildung. Bald stellten sich erste Erfolge ein. Ich nahm ihn auf meinen damaligen Hundeplatz mit und wir starteten gemeinsam in Richtung VPG1. Er absolvierte schließlich mehrfach die BHP, eine FH1 und auch die VPG1 hatte er geschafft. Ein Rüpel ist Nico in manchen Dingen trotzdem geblieben.
Es gibt dann noch meinen Rüden Fellow vom Kottmarblick, der als Welpe nach Kevin bei uns einzog. Nun begann eine spannende und turbulente Zeit. Fellow entwickelte sich sehr wesensstark und wusste genau was er wollte. Ab seinem 2. Lebensjahr begannen die Rangordnungsprobleme der beiden starken Rüden. Ganz besonders viel Ärger gab es in der Zeit, als Emmely in ihrer Läufigkeit war. Nach jahrelangem Kräftemessen kam Nico langsam in ein gesetztes Alter und Fellow hatte die Position als Rudelchef endlich in Sack und Tüten.
Nico verstarb mit 13 Jahren an Nierenversagen.

Fellow vom Kottmarblick ( geb. 16.07. 1997)

 

Vater:   Aron vom Völkerschlachtdenkmal                                                                                                                                                                                                  Mutter: Aske vom Elbflorenz

Am 08.09.2012 ist mein bester Freund und Lebensbegleiter im hohen Alter von 15 Jahren verstorben.  Charakterstark und Erhaben stand er als stolzer Rüde im Leben und konnte es an seine Rudelmitglieder weiter vermitteln.  Diese wunderbaren Eigenschaften hat er hoffentlich auch an seine 70 Nachkommen weiter vererbt. Als “ Stammvater “ unserer derzeitigen Zuchthündin Cayenne sind wir natürlich besonders stolz!!!

Mit Fellow habe ich sehr viele Jahre aktiven Hundesport betrieben und konnte einige Prüfungen mit ihm absolvieren. Unter anderem:                                   1x Ausdauerprüfung, 3x BH, 3x SchH 1, 2x IPO 1, 2x VPG 2, 2x IPO 2 sowie Fpr.1-3. Einmal starteten wir erfolgreich beim SGSV-Frauenpokal in Langenau.

Fellow wird für uns nie weg sein, denn er lebt in unseren Herzen weiter. Auch seine lustige und witzige Art bleibt uns in guter Erinnerung.

Collin ex Canis Lupus -( geb. 04.06.2003)

Vater:  Arne vom Brambusch

Mutter: Quicky vom Wilden Jäger

Collin kam als Welpe zu uns. Mit ihr wollten wir unseren „Pfarrhof“ bereichern und neues Zuchtblut

einschleusen.Sie war weder Champion noch Sport-Weltmeisterin , aber mit ihr hatten wir eine Charakterhündin, die uns schnell klar machte, wie eine „Kleine Wölfin“ tickt. Sie war stets souverän und zeigte unserem Besuch gegenüber selten echte Freundschaft – wenn sie aber jemanden mochte, dann für immer. Sie jagte für ihr Leben gern den Vögeln hinterher oder war als Diebin unterwegs. Keine Tasche war vor ihr sicher und blieb ganz. Collin erarbeitete sich die Chefposition im Rudel und zog 2 hervorragende Würfe auf. Dies tat sie mit großer Fürsorge und Konsequenz.

Collin war natürlich auch sportlich unterwegs. Mit meinem Mann Michael legte sie auch Prüfungen ab. Das waren die BH (Begleithundprüfung), FPr.1  (Fährtenprüfung) sowie eine UPr.1 (Unterordnungsprüfung)

Sie begleitete uns 15 wundervolle Jahre und wir sind sehr glücklich, sie so lange bei uns gehabt zu haben. Collinchen Du wirst uns sehr fehlen.

Wir danken Susi und Heiko für diese tolle Hündin.

Am 25.12.2020 hörte Cayennes Herz auf zu schlagen. Ich bin immer noch unsagbar traurig über ihren Verlust. Mit 14,5 Jahren ist nun aus unserem vierblättrigem Kleeblatt eines weggebrochen.

Wir behalten unsere „Schöne Cayenne“ tief in unserem Herzen.

   Cayenne wurde in Wismar 2009, in Mosbach 2011

                                                              und in Langenberg 2013

                             der Titel Clubsiegerin vom RZVH verliehen

       Cayenne besitzt die Titel: Deutscher Champion VDH, RZVH und Internationaler Champion der IHF

  • geb. am 31.07.2006
  • schwarz
  • 62 cm
  • ZB-Nr.: 06-31346
  • frei von erblich erkrankten Augen
  • DM – Frei N/N

Vater: Fellow vom Kottmarblick Mutter: Beauty vom Haselrieder Wald Sonstiges:

  • A1 Hüften
  • Augenuntersuchung
  • NZB, JB, ZTP

BHP, FPr1, FPr2,FPr3, FH1,

  • Ausstellung: V1, Deutscher Champion VDH und RZV
  • Clubsiegerin 2009 in Wismar
  • Clubsiegerin 2011 in Mosbach
  • Clubsiegerin 2013 in Langendorf
  • mehrfach BOB
  • Internationale Champion der IHF
  • G- Wurf – geb. 16.05.2010
  • 2 smf. Rüden, 2 schwarze Rüden, 4 schwarze Hündinnen, 1 smf. Hündin
  • H- Wurf – geb. 04.01.2012
  • 5 schwarze Rüden, 1 smf Rüde, 2 schwarze Hündinnen, 2 smf. Hündinnen
  • I- Wurf – geb. 11.09.2013
  • 2 schwarze Rüden, 2 smf. Rüden, 2 schwarze Hündinnen, 2 smf. Hündinnen

Cayenne hat  alle zuchterfüllenden Anforderungen bestanden und wird in Zukunft unseren „Pfarrhof“ weiterführen. Sie ist charakterstark, sehr neugierig und für neue Dinge sofort zu begeistern. Im sozialen Umgang ist sie sehr verträglich, kinderlieb und recht klug. Cayennes Mutter und Großmutter sind im Rettungshundesport schon sehr erfolgreich eingesetzt worden. Leider habe ich nicht die Möglichkeit, diese tolle Arbeit mit ihr fortzuführen.Mit Cayenne arbeite ich regelmäßig auf dem Hundeplatz. Im Schutzdienst und auf der Fährte hat sie die meiste Freude. In der Unterordnung muss ich ihren Code noch knacken, damit sie alles zielstrebiger umsetzt. Aber wie schon erwähnt, sie ist sehr klug und wägt ab, was ihr den meisten Spaß bereitet. Am 16.05.2010 bekam Cayenne ihren ersten Wurf mit insgesamt 9 Welpen. Es war der G- Wurf und wir waren begeistert was für eine tolle Mutter sie ist. Am 04.01.2012 brachte Cayenne ihren zweiten Wurf gesund und munter auf die Welt. Es ist der H-Wurf, mit 10 quirligen Pelznasen.Und da alle guten Dinge 3 sind, haben wir uns noch eimal entschlossen einen Wurf zu planen. Am 11.09.2013 wurde dann ihr letzter Wurf geboren.Sie schenkte uns 8 quirlige Welpen mit denen wir wieder sehr viel Spaß hatten. Und da ich einfach nicht anders konnte…. Irmchen durfte bleiben. Die sehr guten Eigenschaften von Cayenne möchte ich gern weiter verwurzeln- auf unserem schönen Pfarrhof. Ich bin ja hundeverrückt!!!

Mit so vielen tollen Eindrücken, die uns Cayenne geschenkt hat, den 27 Welpen, die sie geboren hat und so vieles mehr…Nun hat sie sich eine schöne, entspannte Rente verdient. Mit fast 14 Jahren tobt sie noch machchmal durch den großen Garten und erzählt uns oft lautstarke Geschichten. Sie hat einen festen Platz im Rudel. Den K- Wurf hat sie so oft es nur möglich war besucht. Ihr fiel das Laufen in der letzten Zeit ziemlich schwer. Jedoch konnte sie ganze Geschichten erzählen und Lieder singen.

Danke, dass wir dich in unserer Mitte und im Herzen hatten. Leb wohl kleine Maus.